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Weltrekord-Solarkraftwerk auf einem Dach – Das beschauliche Städtchen Bürstadt im hessischen Ried hält seit April 2005 einen Weltrekord, den ihm so bald niemand streitig machen kann: Die größte Photovoltaikanlage der Welt, die auf einem einzigen Dach installiert ist – so groß wie acht Fußballfelder und 23 Millionen Euro „schwer“. Eine fixe Idee entpuppt sich zu einer renditestarken Kapitalanlage Erhard Renz aus Bürstadt macht sich seit Jahren in seiner Freizeit für erneuerbare Energien stark. Im April des Jahres 2000 begann für ihn eine neue Epoche: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trat in Kraft. Es garantierte feste Einspeisevergütungen für Solarstrom über 20 Jahre. Endlich gab es einen gesetzlichen Rahmen, der Sonnenstrom zu einer rentablen Sache machte. Alle nach Süden geneigten Dachflächen schrieen jetzt förmlich danach, mit einer Photovoltaikanlage (PV) bedeckt zu werden. Mit den Erträgen aus der Einspeisevergütung würde sich die Investition in wenigen Jahren rechnen. Als gebürtiger Bürstädter wusste er, dass es in seiner Stadt ein rekordverdächtiges Dach gab: Das sägezahnartige Shed-Dach auf dem Gebäude der Spedition TTS mit seinen 15 etwa 200 Meter breiten Dachstreifen – allesamt optimal zur Sonne ausgerichtet. Er erzählte seinem Freund Claus Rothenbach, Geschäftsführer der PV-Anlagenfirma Ralos, davon und über den städtischen Umweltberater Micha Jost und Bürgermeister Alfons Haag nahmen die beiden Kontakt zu TTS auf. Nachdem ein Architekt die Eignung des Daches überprüft hatte, brachte man im April 2003 einen Pachtvertrag über 20 Jahre unter Dach und Fach. 23 Millionen Euro – dafür brauchte man einen Finanzierungsprofi Nun musste man Investoren für das ehrgeizige Sonnenkraftwerk finden. Die gigantischen Ausmaße der Bürstädter PV-Anlage sprengten alles bisher Bekannte. Schnell stellte sich heraus, dass das Finanzvolumen von 23 Millionen Euro ohne einen starken Partner mit einschlägiger Erfahrung nicht zu stemmen war. Die Firma Tauber-Solar aus Tauberbischofsheim hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits zwei PV-Großanlagen erfolgreich finanziert und ans Netz gebracht und stieg in das Rekordprojekt ein. Mittlerweile ist Tauber-Solar weltweit eine der größten Betreibergesellschaften für PV-Anlagen. Mindesteinlage 50.000 Euro – Amortisation nach 12 Jahren Das Kapital für den Sonnenfleck kommt von so genannten Atypisch Stillen Gesellschafterinnen und Gesellschaftern, die sich mit einer Mindesteinlage von 50.000 Euro an Gewinn, Verlust und Vermögen der Gesellschaft beteiligen. Den investierten 23 Millionen Euro stehen jährliche Erlöse aus dem Stromverkauf von rund 2,25 Millionen Euro gegenüber. Bei einer Beteiligungssumme von mindestens 50.000 Euro profitieren die Mitunternehmerinnen und Mitunternehmer von Ausschüttungen in Höhe von 8,5 Prozent und einer Rücklage von 0,7 Prozent im Jahr – bis zum Ende der Laufzeit. Das eingesetzte Kapital wird sich also nach etwa 12 Jahren amortisieren. Raus aus der Öko-Szene – rein in die Welt der Ökonomen Durch die Metamorphose von einer Bürgerbewegung zu einer Kapitalanlage ist der Bürstädter Sonnenfleck für die Öko-Szene ebenso wie für Ökonomen ein wegweisendes Beispiel: Die solarbegeisterten Initiatoren, die selbst gar keine Anteile am Sonnenfleck haben, stehen dazu, dass so ein Projekt ohne einen kapitalkräftigen Partner im Rücken nicht realisiert werden kann. Und den damals noch skeptischen Investorenkreisen zeigte man, dass PV-Anlagen eine gute Geldanlage sind. Das gilt insbesondere, nachdem jetzt auch die erste Krise professionell gemeistert ist: Die Hälfte der Anlage musste im Sommer 2006 wegen eines Fertigungsfehlers bei den Modulen vom Netz genommen werden. Der Hersteller entschädigt jedoch die Gesellschafterinnen und Gesellschafter in voller Höhe für die entgangenen Solarerträge, so dass sie keinerlei Einbußen bei ihren Ausschüttungen haben werden, also kein finanzielles Risiko für die Mitunternehmerinnen und Mitunternehmer besteht. Das wegweisende Projekt zieht das nächste an Bis Ende 2007 sollen alle fehlerhaften Module ausgetauscht sein. Dann liefert der Sonnenfleck wieder 4,5 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom jährlich ins öffentliche Stromnetz, und zwar nach einer energetischen Amortisationszeit zwischen zwei und fünf Jahren absolut CO2-neutral! Gegenüber dem derzeitigen Strommix spart das pro Jahr rund 3.000 Tonnen des Treibhausgases. Für Bürstadt ist das aber nicht genug. Ab 2007 wird dort eine neue Zwei-Megawatt-Biogasanlage Wärme und Strom CO2-neutral produzieren. Damit steigt der Anteil der erneuerbaren Energien in der südhessischen Kleinstadt auf 40 Prozent!Ansprechpersonen Finanzierung
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