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WILD setzt verstärkt auf die Bahn „We create great taste“ ist zu lesen, wenn man auf der Autobahn am Eppelheimer Unternehmen WILD vorbeifährt. Hier wird unter anderem das beliebte Kindergetränk „Capri-Sonne“ hergestellt. Seit 75 Jahren produziert WILD natürliche Zutaten für Lebensmittel und Getränke. Die Rohstoffe für den Weltmarktführer in Sachen Geschmack kommen aus der ganzen Welt. Eisenbahn statt Autobahn: Das gelbe Gold kommt mit dem Zug aus Rotterdam Jedes Kind kennt Capri-Sonne. Der Rohstoff für die Fruchtsaftgetränke kommt seit dem Sommer 2005 nicht mehr ausschließlich per Lastwagen nach Eppelheim. Stattdessen rollen Tag für Tag mehrere Container mit Orangensaftkonzentrat in einem Güterzug von Rotterdam zum Güterterminal in Ludwigshafen. Wechsel-Kühlcontainer für Schiene und Straße von der Spedition Anlass für die Umstellung war eine Empfehlung der Abteilung „Qualität und Umwelt“ bei WILD. Sie hatte bei der jährlichen Überprüfung der Umweltstandards im Rahmen des firmeninternen Umwelt-Managementsystems erkannt, dass es beim Transport der Rohstoffe noch Verbesserungspotenziale gab. Die Mitarbeiter nahmen Kontakt zum nahe gelegenen Güterterminal in Ludwigshafen auf, das seit Jahren einen Güterzug-Linienverkehr nach Rotterdam betreibt. Die Züge der Spedition Hoyer fahren pünktlich wie ein ICE. Und die benötigten Wechsel-Container stellt die Transportfirma ebenfalls bereit. Sie können sowohl auf einem LKW-Aufleger als auch mit einem Güterwaggon transportiert werden. WILD hat durch die Umstellung keine höheren Kosten als beim reinen LKW-Transport, da der Mehraufwand nicht höher ist als die LKW-Gebühr für die zwischenzeitlich mautpflichtig gewordene Strecke zwischen Rotterdam und Heidelberg. Versorgungssicherheit und LKW-Maut gaben den Ausschlag Statt bislang fast 530 Kilometer sind die Container nur noch 34 Kilometer auf der Straße unterwegs. Die Tanks werden lediglich zwischen Hafen beziehungsweise dem Werk in Eppelheim und den Güterterminals auf LKW transportiert. Den Rest der Strecke hängen sie in Reih und Glied mit anderen Waggons hinter einer E-Lok. Die steht nicht im Stau und ist wesentlich seltener in Unfälle verwickelt. Die entsprechend höhere Versorgungssicherheit war ein weiteres starkes Argument für den umweltfreundlichen Transport per Bahn. Innovation ohne Investition Die Umstellung rechnete sich sofort und ohne eigene Inves-tition, da WILD die Container über den Spediteur ordert. Weil im Anschlussverkehr an einen Schienentransport pro Fahrt zudem vier Tonnen mehr Orangensaftkonzentrat befördert werden dürfen als auf einem herkömmlichen Tanklastzug, spart Wild zusätzlich ein bis zwei Fahrten pro Woche ein. Weniger Ruß und Abgase als kostenfreie Nebeneffekte Interessant ist aber vor allem der Umweltnutzen: Der Zugtransport spart gegenüber dem LKW mehr als die Hälfte an Energie oder bis zu 120.000 Liter Diesel im Jahr. Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) sinkt so um fast 250 Tonnen auf ein Drittel. Die Emission von Stickoxiden, die im Sommer zu hohen Ozon-Werten in der Luft beitragen können und die Böden überdüngen, sinkt um mehr als 80 Prozent. Andere Schadstoffe, wie krebserregende Rußpartikel oder Kohlenwasserstoffe, sind im Vergleich zum Transport auf der Straße sogar um über 90 Prozent geringer. Vielleicht bald nicht nur Orangensaftkonzentrat auf der Schiene Die Erfahrungen mit dem neuen Transportweg sind so gut, dass das Unternehmen derzeit prüft, ob weitere Zulieferungen vom LKW auf die Bahn verlagert werden können. Damit zeigen die Geschmacksspezialisten aus Eppelheim, dass CO2- Vermeidung auch im Verkehrssektor funktioniert und sich rechnet. Dies ist eine echte Pionierleistung, denn die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene hat derzeit noch Seltenheitscharakter. Entsprechend mager sind auch die Erfolge für den Klimaschutz: Bislang zehren – bezüglich der CO2-Emissionen – die Zuwächse des Verkehrsaufkommens die Fortschritte aus anderen Sektoren vollständig wieder auf. WILD ist nicht nur beim Gütertransport Pionier in Sachen Umwelt Das Eppelheimer Unternehmen ist nicht nur Vorreiter für umweltverträgliche Produktionsweisen. Die Weiterentwicklung der Sicherheitsstandards hat ebenfalls hohe Priorität. So ließ WILD beispielsweise sein Qualitäts- und Umweltmanagement als eines der ersten deutschen Unternehmen nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 22000 zertifizieren. Seit 2006 verwendet WILD für die Produktion von Capri Sonne nur noch Früchte aus integriertem Anbau. Die Rohstoffe, die WILD aus der ganzen Welt bezieht, müssen den strengen deutschen Vorgaben entsprechen. So exportiert WILD höchste Umweltstandards rund um den Globus. Ansprechperson Dirk Schweikert
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