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Nah- und Fernwärme in Ludwigshafen

Ludwigshafen setzt auf klimafreundliche Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmenetze. Die Technische Werke Ludwigshafen AG (TWL) beheizt mit ihrem Heizkraftwerk weite Teile Ludwigshafens. Außerdem betreibt sie verschiedene kleinere Nahwärmenetze auf Basis dezentraler Blockheizkraftwerke. Damit erzeugt die TWL 25 Prozent des verkauften Stroms selbst.

Fernwärme für Ludwigshafen Stadtmitte

Während viele konventionelle Kraftwerke die Verlustwärme der Stromerzeugung über Kühltürme oder Flusskühlung ungenutzt an die Umgebung abgeben, nutzt die TWL durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme den Brennstoff deutlich besser aus. Durch dieses Prinzip der „Kraft-Wärme-Kopplung“ sinken die Klimagasemissionen und der Verbrauch an Energierohstoffen erheblich.

Die Stadt Ludwigshafen, nach Mannheim die zweitgrößte Stadt der Metropolregion Rhein-Neckar, eignet sich aufgrund ihrer hohen Wohndichte besonders gut für den Betrieb eines Fernwärmenetzes. Daher hat die Technische Werke Ludwigshafen AG schon im Jahr 1967 ein Fernheizkraftwerk errichtet, das über dicke, gut isolierte Rohrleitungen Ludwigshafens Stadtmitte und benachbarte Stadtgebiete mit Wärme-energie versorgt und außerdem rund 25 Prozent der Strommenge abdeckt, die die TWL ins Netz abgibt. Seitdem wurde es mehrfach erweitert und modernisiert.

Allein durch den Einsatz der Fernwärme können die Ludwigshafener Haushalte auf viele dezentrale Heizanlagen verzichten und im Jahr zirka 35.000 Tonnen CO2 einsparen. Im Rahmen ihrer Förderprogramme unterstützt die TWL Energieverbraucher, die sich an das Fernwärmenetz anschließen lassen möchten. Die Verbraucher sparen somit nicht nur Energie- und Wartungskosten ein, sondern erhalten zusätzlich eine Förderprämie in Höhe von 400 Euro für die Umstellung auf Fernwärme.

Das Fernheizkraftwerk verbindet ein modernes Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) auf Erdgasbasis mit der Dampferzeugung aus der Müllverbrennung. In der von der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH betriebenen Müllverbrennungsanlage werden jährlich 180.000 Tonnen Müll bei über 1.100 Grad Celsius verbrannt. Bei diesen Temperaturen glüht der angelieferte Abfall nahezu vollständig aus. Die Energie wird zur Dampferzeugung genutzt, während das Abgas über eine ausgeklügelte Rauchgasreinigung geführt wird, in der Staub, Stickoxide und Schwermetalle entfernt werden.

Mit Hilfe einer neuen, 30 Tonnen Dampf verarbeitende Turbine, die den bei der Müllverbrennung anfallenden Dampf in elektrische Energie umwandelt, wird eine thermische Leistung von 96 Megawatt (MW) und eine elektrische Leistung von 33 MW erreicht. Damit können 70.000 Haushalte mit Wärme und 66.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Durch die höhere Energieauskopplung der neuen Turbine kann das Fernwärmenetz schrittweise ausgebaut werden. Außerdem wird in dem Fernheizkraftwerk Erdgas in einem hocheffizienten Gas- und Dampfprozess in Strom und Wärme umgewandelt. Im Sommer, wenn die Konsumenten weniger Wärme verbrauchen, kühlt ein Rückkühlwerk das aus der Fernwärmeleitung zurückströmende Wasser und gewährleistet auch bei heißen Temperaturen eine optimale Stromerzeugung.

Neubaugebiet Rheingönheim „Im Neubruch“

Im Gegensatz zur Fernwärme wird bei der Nahwärme die Wärme vor Ort in kleineren Anlagen bereitgestellt. Da der Transportweg kurz ist, muss die Temperatur des Heizwassers nicht so hoch sein wie bei der Fernwärme.

Das Prinzip der Nahwärme präsentiert die TWL im Neubaugebiet „Im Neubruch“ im Süden der Stadt Ludwigshafen. Hier versorgt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen und die Bewohner des Neubaugebiets mit Wärme und produziert zusätzlich rund 4,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Das BHKW hat eine elektrische Leistung von 1,4 MW und eine thermische Leis-tung von 1,7 MW. Ein zusätzlicher Spitzenkessel stellt Wärme an besonders kalten Tagen bereit. Die Nutzung des Prozesses der KWK im BHKW spart Brennstoff und reduziert den Ausstoß von CO2 um rund 4.000 Tonnen im Jahr. Die Hauseigentümer sparen Wartungskosten und Platz, denn sie benötigen keinen Heizkessel mehr.

Nahwärme für ein saniertes Wohngebiet aus den sechziger Jahren

Das Wohngebiet Schillerschule befindet sich ebenfalls im Süden Ludwigshafens im Stadtteil Mundenheim. Die elf Gebäude aus den sechziger Jahren waren dringend sanierungsbedürftig; viele der insgesamt 186 Wohnungen wurden noch im Jahr 2003 mit Kohle oder Koks beheizt.

Parallel zu den Sanierungsarbeiten der Gebäude errichtete die TWL AG daher in Abstimmung mit der Wohnbaugesellschaft GAG eine Nahwärmezentrale mit einem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk zur Nahwärmeversorgung. Dieses kleine BHKW mit einer elektrischen Leistung von 50 kW und einer thermischen Leistung von 97 kW versorgt in Kombination mit einem Gas-Spitzenkessel nicht nur die Wohnhäuser, sondern auch ein anliegendes Vereinshaus und die Sporthalle einer Schule. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Durch die wärmedämmenden Maßnahmen und die neue Energieversorgung werden die Wärmeverluste um 51 Prozent, der Verbrauch an Energierohstoffen um 66 Prozent und der CO2-Ausstoß um 59 Prozent reduziert.

Das Beispiel Ludwigshafen zeigt: von kleinen Nahwärmenetzen für einen Häuserblock bis zur Fernwärmeversorgung eines ganzen Stadtkerns kann die Kraft-Wärme-Kopplung einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten.

Ansprechpersonen

Zoltan Meszaros
Technische Werke Ludwigshafen AG
Industriestraße 3-3a
67063 Ludwigshafen
Tel.: (0621)505-2615

Olaf Schöppenthau
Technische Werke Ludwigshafen AG
Industriestraße 3-3a
67063 Ludwigshafen
Tel.: (0621)505-2806

 

 

 

 

 

 
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